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Der/die Tätowierer/in verwendet sowohl Maschinenbestandteile, welche wieder verwendet werden (Griffstücke mit Spitzen), als auch Einwegprodukte (Nadelstangen mit Nadeln).
Bevor der der/die Tätowierer/in seine/ihre Arbeit beginnt montiert er/sie, je nach Aufgabe, die benötigten Maschinenbestandteile.
Die Bestandteile sind:
Griffstücke mit Spitzen
Sie dienen als Handstück und Griff und gleichzeitig übernehmen sie die Aufgabe der Nadelführung.
Bei uns werden die wieder verwendbaren Bestandteile des Tattoo- Equipments nach zertifizierten Verfahren gereinigt, desinfiziert und sterilisiert.
Die Nadeln sind an der Nadelstange verlötet und komplett an der Triebeinheit verankert.
Die Nadeln nehmen durch die so genannte Kapillarwirkung die Tattoofarbe auf und bringen sie in die Haut ein.
Bei uns sind diese Bestandteile sterile Einwegprodukte und werden nach Gebrauch entsorgt.
Maschine in Teilen
Welche Farben werden verwendet?
Die Art und Zusammensetzung der verwendeten Tattoofarben ist entscheidend für die Abheilung der Tätowierung.
Unsere Mitarbeiter verwenden zum Tätowieren ausschließlich Tattoofarben von professionellen Herstellern, deren Informationen über die Zusammensetzung der Farben wir gerne auf Nachfrage weitergeben.
Die Inhaltsstoffe der Tattoofarben können unterschiedlich sein: In jedem Fall enthalten sind Farbpigmente, manchmal im verschiedenen Verhältnis dazu auch Konservierungsstoffe, Alkohol oder/und destilliertes Wasser.
Bei uns besteht für Menschen mit ausgeprägter Allergieneigung die Möglichkeit im Vorfeld die Farbe durch Einbringen eines Testpunktes die Verträglichkeit zu testen
DIE HAUT
Der Aufbau der menschlichen Haut
Die Haut besteht aus drei Schichten, namentlich von außen nach innen aus der Oberhaut oder Epidermis, der mittleren Lederhaut auch Cutis oder Dermis genannt und der Unterhaut (Subkutis).
Die Oberhaut ist, abhängig von der jeweiligen Körperstelle, zwischen 0.04 und 1,5 Millimeter dick. Im unteren Bereich der Oberhaut bilden sich durch Zellteilung ständig neue Zellen, die durch den Regenerationsprozess nach außen gedrängt werden. Im Verlaufe dieses Prozesses verhornen die Zellen und bilden schließlich die äußerste Hornschicht, bevor sie von nachfolgenden Zellen wiederum verdrängt werden und abschuppen. Der komplette Erneuerungszyklus der Oberhaut dauert nicht länger als 30 Tage.
Unter der Oberhaut/Epidermis liegt die mittlere Hautschicht Lederhaut. In der Lederhaut befinden sich unter anderem die Papillarkörper, in denen Farbpigmente dauerhaft eingekapselt werden. Die Lederhaut erneuert sich nicht ständig wie die Oberhaut, so dass Farbpigmente, die in diese Hautschicht eindringen, auf Dauer eingelagert werden.

Wo/Wie wird die Farbe eingebracht?
Unsere professionell ausgebildeten Tätowierer achten stets auf die richtige Einstellung der Tattoomaschinen, wie Voltzahl und Stichtiefe, da die Farbpigmente ausschließlich in die Fibroplasten der mittleren Hautschicht (Dermis/Lederhaut) (siehe Abb.) eingebracht werden soll, die später als Tätowierung erkennbar sind.
Ein großer Teil der Farbe wird mit dem Wundschorf, der sich nach einigen Tagen bildet, wieder vom Körper ausgeschieden. Viele, die sich zum ersten Mal tätowieren lassen, befürchten in dieser Phase der Heilung, dass ihr Tattoo komplett „verschwindet“. Aber keine Angst, es bleibt genug Farbe in der Haut zurück, um das tätowierte Motiv deutlich hervortreten zu lassen. Die Farbpartikel, die zwangsläufig auch in die obere Hautschicht gelangen, werden zum Teil mit dem Wundschorf abgestoßen, teilweise mit der Regeneration der Epidermis ausgeschieden.
Auf diese Weise verschwinden auch Henna-Bemalungen, deren Farbstof lediglich in die oberste Hornschicht der Epidermis eindringt, nach spätestens vier Wochen völlig. Von vielen Kosmetik-Studios, die so genannte Bio- oder auch „Temptoos“ anbieten, wird behauptet, dass diese Bilder, die nach einigen Jahren wieder verschwinden sollen, lediglich in die Oberhaut, also die Epidermis, gestochen werden. Doch würden die Farbpigmente dieser Kosmetik-Tattoos tatsächlich nur die Oberhaut einfärben, müssten sie mit der natürlichen Regeneration der Epidermis nach einem Monat wieder verschwunden sein. Alles, was länger als einen Monat deutlich sichtbar in der Haut zurückbleibt, liegt also in der Dermis und wird dort dauerhaft eingelagert!
Wird die Farbe zu tief in die Unterhaut (Subcutis) eingebracht, so führt dies zu Verletzungen kleiner Gefäße dieser dritten Hautschicht. Es kann dann zu stärkeren Blutungen und dadurch bedingt zur „Auswaschung“ der Farbe führen. Ebenso entstehen so hässliche Verläufe, die sich als blau-grüne Schatten neben der eigentlichen Linie abzeichnen und für Laientätowierungen typisch sind. Eine starke Narbenbildung wäre ebenso die Konsequenz.
Auch an gut gestochenen Tattoos, bei denen qualitativ hochwertige Farben zum Einsatz kommen, nagt bis zu einem gewissen Grad der Zahn der Zeit. Direkt nach dem Stechen und auch nachdem der letzte Schorf abgefallen ist, scheinen einige Tattoos vor Farbintensität regelrecht zu leuchten, doch dass die oft sehr intensiven Farben und das tiefe Schwarz besonders in den ersten Monaten um einige Nuancen blasser werden, lässt sich nicht vermeiden. Wie gut sich das Tattoo darüber hinaus »hält«, liegt zu einem großen Teil an der Pflege; wer UV-Licht meidet oder zumindest seine Tätowierung beim Sonnenbaden mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor oder Sunblocker schützt, wird auch in Jahren und Jahrzehnten noch Freude an seinem Tattoo haben. aus Tätowiermagazin Ausgabe März 2007
Was sind Bio-Tattoos?
Einfach gesagt: Ein Betrug am Kunden!
Die Theorie vom Bio-Tattoo geht davon aus, dass nur mit einer sehr dünnen oder einer einzelnen Nadel gearbeitet wird. Dabei soll die Farbe lediglich in die oberste Hautschicht eingebracht werden.
Da diese Hautschicht einer ständigen Erneuerung unterliegt, würde sich das Tattoo in zwei bis drei Jahren wieder abbauen. Das Einbringen der Farbpigmente lediglich in die Oberhaut kann aber, rein technisch, nie der Fall sein.
Niemand kann die Dicke der Haut mit bloßem Auge abschätzen und garantieren, nur die oberste Hautschicht zu treffen. (siehe auch oben: Wo/Wie wird die Farbe eingebracht)
Die Farbpigmente werden beim Tätowieren in der Lederhaut abgelegt. Diese Hautschicht unterliegt keiner Erneuerung, so dass die Farbpigmente bleiben - ein Leben lang.

MOTIVWAHL
Die Motivwahl ist ein sehr umfangreiches Thema beim Tätowieren.
Grundsätzlich kann man sagen, dass fast jedes Motiv, sei es ein Foto, ein Schriftzug oder etwas Gezeichnetes, umsetzbar ist.
Bei uns stehen für jeden Kunden zahlreiche Ordner mit Anregungen und Designvorschlägen zur Verfügung. Auch ist jeder Tätowierer gerne bereit eine Design-Vorlage nach Kundenwunsch zu verändern, oder eine völlig neue Zeichnung zu erstellen.
Zu beachten ist bei der Motivwahl immer die Körperstelle, die das Motiv schmücken soll. Das gewählte Motiv sollte der Körperstelle angepasst sein, so dass es nicht deplaziert wirkt (z. B. längliche Motive nicht an runde Körperstellen).
Wichtig ist die richtige Größe des neuen Körperschmucks.
Der menschliche Körper verändert sich mit zunehmendem Alter. Ebenso die Haut, unser größtes Organ (je nach Körperumfang und Körpergröße 1,5 bis 2 qm!). Diese Tatsache beinhaltet, dass auch Tätowierungen sich im Laufe der Jahre verändern, was vor allem auch bei der Motivwahl bedacht werden muss: Je detailreicher das Motiv ist, umso größer sollte es sein. Beachtet man dies nicht, können Linien nach und nach "zusammenlaufen" oder Details "verschmelzen".
Eine häufig praktizierte Methode der Tätowierung ist auch das so genannte "Cover up“ (Abdecken einer alten Tätowierung mit einer neuen).
Das neu gewählte Motiv muss bei dem "Cover up“ Tattoo in Farbgebung und Form erheblich dunkler und größer sein als das bestehende Motiv, da sonst immer alte Elemente "durchscheinen“.
Als Vorlage für das neue Tattoo kann der Kunde auch Anregungen aus den Fotomappen unserer Künstler auswählen. Allerdings wird kein bereits tätowiertes Motiv 1:1 kopiert, weil jeder Kunde ein Unikat „tragen“ möchte.
Nachdem das endgültige Motiv ermittelt wurde und der Kunde zum Tätowiertermin erscheint gibt es zwei Möglichkeiten der Übertragung des Designs auf den Körper:
1. Das gewählte Motiv kann dann per Stencil
2. oder „Freehand“ auf die Haut aufgebracht werden, bevor der eigentliche Tattoo Vorgang beginnt (siehe Kapitel der Tätowiervorgang)
Bei großflächigen Motiven, die ganze Körperregionen betreffen, wird hauptsächlich im „Freehand-Style“ gearbeitet um den Körperformen und dem Muskelverlauf besser folgen zu können und um eventuell vorhandene Leberflecken auszusparen.
Bei kleineren oder sehr geometrischen Formen des Motivs wird eher per Stencil–Vorlage gearbeitet. Gelegentlich werden beide Arten kombiniert.
Letztendlich ist zu sagen, dass der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind, sei es ein Foto oder ein Gemälde es ist fast alles in der richtigen Größe machbar, auch wenn einige Kleinigkeiten eventuell abgeändert werden müssen.