Freie Manufaktur

 | 
Home  |  Sitemap  |  Kontakt  |  Drucken  |  Steckbriefe  |  Suche  |  Piercing  |  Tattoo  |  Gallery  |  Gästebuch  |PDF  |

Fragen zu Risiken call: 040-4391839

Allgemeine Risiken beim Piercen
 
Menschen mit Diabetes, Infektionskrankheiten, Bluterkrankheit und Bluterneigungskrankheit und Menschen, die eine Thrombosebehandlung erhalten, sollten mit verlängerten Abheilzeiten rechnen und ein Piercing erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt durchführen lassen.
Zwar sind die Gesundheitsrisiken nicht bei allen Menschen mit diesen Erkrankungen gleich, aber allgemein doch sehr viel höher, als bei gesunden Menschen.
Bei Schwangeren werden, aus erhöhter Rücksicht auf die Gesundheit der Mutter und des Babys, keine Piercings ausgeführt.
Personen, die nicht völlig gesund sind (auch Erkältung etc.), sollten erst nach völliger Genesung ein Piercing ausführen lassen, um das reibungslose Abheilen zu ermöglichen.
 
Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Durchführung eines Piercings (das gestochene Loch) eine Verletzung des Körpers darstellt und damit immer auch eine Eintrittspforte für Krankheitskeime jeglicher Art in den Körper herstellt.
Diese Tatsache sollte jedem Piercing-Kunden bewusst sein und den Umgang mit dem neuen Körperschmuck und dessen Pflege bis zur vollständigen Abheilung bestimmen.
Enorm wichtig ist deshalb:
 
Auf Seiten des Piercers:

-  Aufklärung über Risiken und genaue Anweisung für die Nachsorge
- Genaue Kenntnis von der Anatomie des menschlichen Körpers
- Fachwissen über das verwendete Material des Piercingschmucks
- und enorm wichtig: 100% hygienische Durchführung
 
Auf Seiten des Kunden:

- genaue Einhaltung der Nachsorgeanweisungen des Piercers bis zum völligen Abheilen der neu entstandenen Wunde
 
 
Die Dauer des Heilungsprozesses ist abhängig von den zuvor genannten Faktoren und verläuft im Idealfall wie folgt:
In den ersten Wochen führt die gesteigerte Durchblutung im umliegenden Gewebe häufig zu Rötung, Schwellung und Erwärmung. Auch kann es bei allen Piercings zu lokalen Schwellungen kommen, welche nach einer Weile abklingen.
Während der Heilungsphase bildet sich von außen nach innen ein „Hautschlauch“ entlang des Stichkanals, der den Schmuck umschließt und nach der abgeschlossenen Verheilung vollständig ausgebildet ist.
Dieser Prozess kann, je nach Körperstelle, einen Zeitraum bis zu einem halben Jahr dauern wobei die Heilung bei gut durchbluteten Schleimhäuten und Intim-Piercings am schnellsten verläuft. Knorpelgewebe (Ohr-Piercings) braucht erheblich länger bei der Verheilung, da Knorpel keine eigenen Blutgefäße besitzt, sondern von der darüber liegenden Knorpelhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.
 
Krankheiten
 
 
ANTIKOAGULANTIEN
sind Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen. Sie erhöhen das Risiko eines Piercings (zu starkes bluten/nachbluten), deshalb vorher den Hausarzt fragen.
 
ASTHMA
stellt grundsätzlich kein Problem dar; der Vorgang des Piercens an sich kann allerdings als Stresssituation wahrgenommen werden und dadurch einen Asthmaanfall auslösen.

BRUSTIMPLANTATE
Ein erhöhtes Risiko für das Ausführen eines Brustwarzen-Piercing stellen Implantate dar. Vor Rücksprache mit dem kosmetischen Chirurgen nicht piercen lassen.

DIABETES (=Zuckerkrankheit)
Erschwert oftmals die Heilung bei Hautdefekten und kann somit die üblichen Abheilzeiten verlängern. Nur bei „gut eingestellten“ Patienten sind Komplikationen beim Piercen nicht zu erwarten, trotzdem vorher den Hausarzt fragen.

HAUTINFEKTIONEN
Bei Hautinfektionen wie Akne, Herpes oder Hautpilz sollten keine Piercings durchgeführt werden. Die vorhandenen Bakterien und Viren können durch die Öffnung der Haut in die Wunde geraten und dort eine Infektion hervorrufen.

IMMUNSUPPRESSIVA
Die Einnahme solcher Medikamente verzögert die Heilung erheblich; auch ist das Risiko einer Infektion wesentlich höher. Vorher den Hausarzt fragen.

KELOIDE
Manche Menschen neigen zu übermäßiger Narbenbildung (Wulstnarben). Es ist daher bei einem Piercing mit dieser Symptomatik zu rechnen. Besser keine Piercings machen lassen. (siehe auch Kapitel Keloide)
 
Spezielle Risiken beim Piercen

    Augenbraue
 
Das Augenbrauen-Piercing zählt, aufgrund der nicht vorhandenen Hautfalte und gering gestochenen Stichkanallänge, zu den so genannten Oberflächenpiercings. Dies und weitere Faktoren können, insbesondere durch mechanische Reizung, zu einem schnellen Herauswachsen des Piercingschmucks führen. Auch die Tatsache, dass man gerade bei diesem Piercing häufiger an dem Piercingschmuck "hängenbleibt",  begünstigt das Auftreten von Entzündungen und beschleunigt die Abstoßreaktion.
Siehe: Kapitel Abstoßungsreaktion/ Herauswachsen
Beim Augenbrauen-Piercing können falsch- ausgeführt- Ausläufer des Trigeminusnervs getroffen werden. Folgen: Gesichtslähmung.
 
   Bauchnabel
 
Beim Bauchnabel-Piercing ist die Gefahr einer Entzündung oder Infektion gegeben, wenn durch zu enge Kleidung keine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet wird. Auch angesammelte Feuchtigkeit (schwitzen) ist ein idealer Nährboden für Bakterien. Ständige Bewegung und „Einknicken“ der Körperregion lassen das Bauchnabel-Piercing sehr langsam verheilen.
Bei nicht behandelten Infektionen oder zu tief gesetztem Stichkanal (unprofessionell!) besteht die Gefahr für chronische Entzündungen der Bauchdecke (Bauchfellentzündung). Die Entstehung von wulstigen Narben kann dann ebenfalls eine Folge sein.
 
Brustwarze
 
Bei nicht fachgemäßer, unhygienischer Ausführung und folgender bakterieller Infektion kann es zu einer Entzündung der Brustdrüsen kommen.
Bei der Frau: Grundsätzlich steht einem Brustwarzen-Piercing und späterer Schwangerschaft und dem Stillen nichts entgegen. Es gibt Dutzende von Milchkanälen in der Brust, wobei jedoch nur einige durch das Piercing vernarben. Beim Stillen direkt sollte das Piercing allerdings kurzfristig herausgenommen werden.

Weibliche Brust: Männliche Brust 


Intimpiercing Frau
 
Wer sich ein Piercing im Intimbereich stechen lässt, der sollte darauf achten, dass dies vor dem nächsten Geschlechtsverkehr auf jeden Fall voll und ganz verheilt ist. Ist dies nicht der Fall, so besteht ein vielfach höheres Risiko, sich beim Geschlechtsverkehr mit Krankheiten, wie dem HIV-Virus oder Hepatitis, anzustecken.
Die ersten zwei bis drei Tage kann es zu Nachblutungen kommen, deshalb empfiehlt sich das Tragen einer Slipeinlage, ebenso vermeide unnötige körperliche Anstrengungen. Fahrradfahren und starke Überdehnung des Intimbereiches sollten zwei Wochen lang gemieden werden.
 
 
Labia-Piercing, innen und außen
Schamlippenpiercings sind für fast alle Frauen geeignet und werden oft paarweise angebracht und sind im Allgemeinen mehr zur Zierde als zur Stimulation geeignet. Beim Äußeren-Schamlippen-Piercing sollten die Schamlippen nicht zu flach auslaufend sein, da sich sonst die Gefahr des 
Herauswachsens erhöht.*
 
Klitoris-Vorhaut-Piercing, horizontal und vertikal
ist stark anatomieabhängig. Sie können vertikal und horizontal ausgeführt werden.
Vertikal: ist nur für Frauen mit großer, loser Vorhaut geeignet. Da bei diesem Piercing der Schmuck direkten Kontakt zur Klitoris hat, sollte es nur von Frauen gewählt werden, die die direkte Berührung des Kitzlers als angenehm empfinden.
Horizontal: die ideale Platzierung des Piercing sollte gewährleisten, dass der Schmuck nicht durch den Druck der äußeren Schamlippen verdreht oder ständig gereizt wird, da er sonst schief verheilt oder hinauswachsen kann.*
*Textauszüge aus dem Tätowiermagazin (Moses)

Intim- Piercing Mann

Wer sich ein Piercing im Intimbereich stechen lässt, der sollte darauf achten, dass dies vor dem nächsten Geschlechtsverkehr auf jeden Fall voll und ganz verheilt ist. Ist dies nicht der Fall, so besteht ein vielfach höheres Risiko, sich beim Geschlechtsverkehr mit Krankheiten, wie dem HIV-Virus oder Hepatitis, anzustecken.
Ein Genital-Piercing kann eine Infektion der Harnwege, den Funktionsverlust der Sexualorgane oder eine verminderte Sensibilität durch Narbenbildung hervorrufen.

Beim Prinz-Albert-Piercing wird der Ring durch den Ausgang der Harnröhre zur unteren Seite der Eichel des Penis gezogen.
Zu dünne Ringe bis ca. zwei mm Materialstärke bergen die Gefahr des „Käseschneideeffekts“: bei mechanischer Belastung kann der Schmuck durch das Gewebe schneiden; der Piercingschmuck reißt aus, was zu einer Subinzision (Spaltung) führt. Bei ausreichender Materialstärke kann ein PA allerdings recht belastbar sein.
Bei zu engen Ringen kann es zu Quetschungen kommen und eine dadurch bedingte Abstoßungsreaktion begünstigen.
Risiko: Das Tragen eines Kondoms ist eher problematisch. Man sollte auf jeden Fall stabilere Kondome verwenden.

Frenum/Frenulum
Wird waagerecht unter das Vorhautbändchen gestochen. Kann für beide Partner sehr anregend sein.
Risiko: reißt leicht heraus durch das dünne Penishäutchen. Daher nicht zu dünnen Schmuck tragen/einsetzen.
 
Das Tragen eines Kondoms ist eher problematisch.


Guiche
Ebenso erhöht die erschwerte Reinigung nach dem Stuhlgang die Infektionsgefahr.
Dadurch kann die Heildauer erheblich länger sein. Wird im Dammbereich zwischen Hodensack und Anus gestochen und wird häufig vom Körper abgestoßen.
Siehe: Kapitel Abstoßungsreaktion/ Herauswachsen FAQ
Risiko: schlecht zu tragen bei jedem, der viel sitzt oder Rad fährt.


Hafada
Heildauer: Bis zu fünf Monaten, da ständige Reibung. Hafadas werden vereinzelt oder mehrfach an jeder Stelle des Hodensacks getragen. Oft an der Naht. Wenig schmerzhaft, aber auch nicht sexuell stimulierend, dienen sie mehr optischen Zwecken.
Risiko: Herauswachsen des Piercingrings.

Lippe

Aus kiefernorthopädischer Sicht:
 
- es kann längerfristig der Kieferknochen an einer Stelle abgebaut werden
- da Knochen auf Druckbelastung schwinden, kann es so zu Zahnlockerungen bis hin zum Zahnverlust kommen
- auch Zahnfüllungen und andere Rekonstruktionen können beschädigt werden
- durch ein Lippen-Piercing können Zähne verschoben und schief werden und sich Lücken zwischen den Zähnen ausbilden
- für die Schleimhaut stellt ein Lippen-Piercing teilweise auch eine Belastung dar, es können sich vermehrt schmerzhaft entzündete Stellen bilden
- auch mechanische Belastungen, Verletzungen und sogar eine Schädigung und Verlagerung des Zahnfleisches sind möglich
- die innen gelegene Konterplatte von Lippen-Piercingschmuck drückt bei ungünstiger Lokalisation bei jeder mimischen Bewegung auf das
Zahnfleisch (Zahnfleischrückgang) und den darunter liegenden sehr dünnen Alveolarknochen
 
Rat: kontinuierlicher Wechsel zwischen passgenauem Ring und Stecker und gute Mundhygiene.
Bei empfindlichem Zahnfleisch oder Zähnen ist vom Lippen- oder Lippenbändchen-Piercing ganz
abzuraten. Das gleiche gilt bei Trägern/innen von Zahnspangen.
 
Lippenbändchen-Piercing
 
Neben der erhöhten Gefahr des "Hinauswachsens“ und des "Ausreißens“ = siehe: Lippen-Piercing.

Nasen-Piercing (Septum)
 
Extrem empfindlich: die knorpelige Nasenscheidewand. Hier können Piercings zu schwerwiegendsten Beeinträchtigungen führen. Weiterhin ist auf die richtige Positionierung des Septum-Piercings zu achten: Es ist im Bereich der knorpelfreien Wölbung des Nasenflügels anzusiedeln, eine höhere Position führt im Falle einer Entzündung zur Schädigung des knorpeligen Nasenskeletts.
 
Nasen-Piercing (Shoot)
 
Beim unsachgemäßen Nasenflügel-Piercing können Ausläufer des Trigeminusnervs getroffen. Die Folge ist eine Gesichtslähmung.
In den Nasenflügel gehören keinesfalls normale Ohrstecker mit Verschluss, da sich Schmutz und Bakterien hinter den Verschlüssen ansiedeln können.
Die auf die Verletzung folgende Schwellung würde durch den Verschluss zusätzlich Probleme hervorrufen.
Bei zu schmalen und kleinen Nasen verursachen lange Stifte eine ständige Reizung der gegenüberliegenden Nasenscheidewand.
Wird der Nasen-Stecker während der Abheilphase entfernt, verschließt sich der Stichkanal oft innerhalb von Stunden sofort wieder.
siehe auch Kapitel Kälte FAQ
 
Ohr-Piercing, Knorpel

Auf keinen Fall dürfen Ohr-Piercings im Knorpelbereich mit einer Ohrlochpistole ausgeführt werden, da sonst der Knorpel „zerschmettert“ wird und gar nicht oder nur sehr schwierig verheilt.
Der Heilungsprozess ist sehr viel langwieriger, als beim Ohrläppchen-Piercing. Das hängt mit den unterschiedlichen Gewebearten zusammen.
Beim Ohrknorpel-Piercing kommt noch hinzu, dass der Druck, der durch „auf-dem-Ohr-liegen“, langes Telefonieren, oder das Tragen eines Helms/Kopfhörers auf das Ohr ausgeübt wird, den Heilprozess verlängert.
(siehe auch Kapitel Kälte)
 
Ohrläppchen-Piercing

Am Ohrläppchen wird problemlos mit der Ohrlochpistole gearbeitet.
Schwierig nur für Personen, die aus beruflichen Gründen einen Helm tragen müssen, ständig Motorrad fahren oder eine Tätigkeit ausüben, bei der ständig Druck auf die Piercingstelle ausgeübt wird (telefonieren).
Auch hier erschweren konstante, mechanische Reizungen das reibungslose Abheilen.
(siehe auch Kapitel Kälte)
Oberflächenpiercing

Diese Piercings werden nicht in hervorstehenden Hautpartien oder Knorpelfalten platziert, sondern an der Hautoberfläche.

Mögliche Folge:
Der Schmuck übt ständig Druck auf die frische Wunde aus, beginnt zu wandern und wächst mit der Zeit herraus.
Durch die „künstliche“ Schaffung einer Hautfalte beim Piercen wird auch nach der Abheilzeit die Haut, an den Ein- und Austrittstellen extrem gespannt und dadurch strapaziert, was nicht bei jedem Körper problemlos verläuft.

Zu Oberflächenpiercings zählen z. B.:

•    Augenbraue
•    Nacken
•    Nasenwurzel
•    Halsbereich
•    Hand

Man kann keinerlei Gewährleistung geben, ob das Piercing einwandfrei abheilt und man den Schmuck lange tragen kann.
Wer wirklich so ein Piercing haben möchte muss, damit rechnen, dass es ein temporäres Vergnügen ist, bei dem am Ende eine hässliche Narbe übrig bleiben kann.
Die allgemeine Abheilzeit liegt bei mindestens acht bis zehn Wochen.

Für den Ersteinsatz kann man, je nach Stelle, PTFE/Teflon (flexibler Plastikstab) verwenden, der durch sein geringeres Eigengewicht und seine Flexibilität die Gefahr des Hinauswachsens verringert,

Zungen-Piercing

Das Zungen-Piercing kann bei falscher Platzierung und/oder unsachgemäßer Ausführung neben einem unangenehmen Gefühl und einer Störung des Kauens und des Sprechens relativ vielfältige Risiken in sich bergen. Durch das Einstechen können Blutgefäße und Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden, in seltenen Fällen sogar bis hin zu einer dauerhaften Sensibilitätsstörung.

Entzündungen treten an der Einstichstelle nicht selten auf. Zähne können mechanisch geschädigt werden, es entstehen möglicherweise Risse im Zahnschmelz und im Dentin (Zahnbein).

Ein Zungen-Piercing verursacht zunächst, bedingt durch die starke Durchblutung, eine erhebliche Schwellung der Zunge.

Ist die Einstichstelle falsch gewählt, kann es zu einem Blutstau kommen und Erstickungsgefahr droht. Bei einer umfassenden Nervenschädigung kann sogar eine Lähmung eintreten. Bei unzureichender Mundhygiene ist die Gefahr einer Infektion besonders groß.

Durch spielerisches Kauen auf dem Schmuckstück kann es zu einer Abschabung der Zähne kommen. Füllungen und Zahnersatz können geschädigt werden. Die Kugel des Piercingschmucks führt relativ häufig zu Traumatisierung des so genannten Zahnhöckers, was zu Zahnfrakturen und Absterben des Zahnmarks führen kann.

Die Zunge ist das Organ, welches das Schmecken ermöglicht. Unter dem Geschmackssinn (auch Gustatorik oder Schmecken) versteht man die chemischen Sinnesreize, durch die ein großer Teil des Sinneseindrucks Geschmack vermittelt wird. Es wird die Geschmacksqualität süß, sauer, bitter, salzig unterschieden. Die Geschmacksknospen, die für die einzelnen Geschmacksrichtungen „zuständig“ sind, sind relativ gleichmäßig über den oberen Randbereich der Zunge verteilt. Sie dienen der Beurteilung mechanischer Eigenschaften der aufgenommenen Lebensmittel.

Der Mensch verfügt über etwa 2.000 Papillen (Geschmacksknospen), die jeweils fünf bis zu zehn weitere Geschmacksknospen tragen. Diese wiederum enthalten 40-60 Sinneszellen. Auch der weiche Gaumen, Bereiche der hinteren Gaumenwand sowie Teile des Kehlkopfs besitzen eine gewisse Geschmacksempfindlichkeit (siehe Abb.).

Entgegen vieler Befürchtungen ist es nicht möglich, beim Durchstechen der Zunge die Geschmacksnerven zu zerstören. In der Mitte der Zunge befinden sich kaum Papillen. Verletzt man beim Piercen einige Geschmacksnerven, wirkt sich dies nicht auf das Geschmacksempfinden aus, weil wir, wie oben beschrieben, noch über 100.000 andere Geschmacksnerven besitzen.
 

Der Mensch unterscheidet folgende Grundqualitäten des Geschmacks:

 
   1. süß- ausgelöst durch Kohlenhydrate oder Süßstoffe
   2. salzig- ausgelöst durch mineralische Verbindungen, wie Speisesalz
   3. sauer- ausgelöst durch niedrige PH-Werte, wie Säuren
   4. bitter- ausgelöst durch Bitterstoffe

 

Eine wesentliche Rolle für die komplexe Geschmackswahrnehmung spielt ebenfalls der Geruchssinn, der für alle weiteren Geschmackseindrücke verantwortlich ist. Deutlich wird dies bei schweren Erkältungen, wenn man mit verstopfter Nase keine Geschmackseindrücke jenseits der Grundkategorien mehr wahrnimmt.



Login