Warum ist Hygiene so wichtig?
In den Fachbereichen Tätowierung und Piercing arbeiten wir am menschlichen Körper und tragen damit eine große Verantwortung.
Dabei spielt nicht nur der optische, sondern auch der gesundheitliche Aspekt eine große Rolle. Durch die Eingriffe am menschlichen Körper, die wir täglich vornehmen ist kompetentes, professionelles Arbeiten die Grundbedingung um Gefahren und unerwünschte „Neben- und Folgewirkungen“ auszuschließen und/oder zu minimieren. Denn beim Tätowieren und Piercen wird die Haut notwendigerweise immer und zum Teil auch großflächig verletzt. Es kommt zum Austritt von Blut und/ oder Serum. In diesen Körperflüssigkeiten können gefährliche Krankheitskeime enthalten sein, wie zum Beispiel die Viren, die Hepatitis oder AIDS verursachen.
In der Fa. Freie Manufaktur
werden sämtliche Hygienemaßnahmen nach dem Qualitätsmanagement
DIN EN ISO 9001 erarbeitet und durchgeführt!
Als Grundlage dienen Arbeits-, und Verfahrensanweisungen, in denen sämtliche Abläufe und Zuständigkeiten der Hygiene erfasst, geregelt und dokumentiert werden.
Hygiene- und Desinfektionspläne beschreiben und dokumentieren das „Was, Wann, Wie, Womit und Wer“. Sie dienen dazu, sämtliche Abläufe zu erfassen und eine Weiterentwicklung der Hygiene zu ermöglichen, unter dem Gesichtspunkt, daß der fachverantwortliche Mitarbeiter sich seiner Verantwortung bewusst ist und die daraus entstehenden Aufgaben sicher erfüllen kann.
Qualität hat ihren Preis
Die beschriebenen Hygienemaßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos erfordern stetige Investitionen für Desinfektionsmittel und Sterilisationsmaßnahmen, die umgelegt werden müssen um das Studio rentabel betreiben zu können. Auch die ständige Weiterbildung der Mitarbeiter und der hohe Zeitaufwand sind Faktoren, welche das endgültige Preisniveau bestimmen.
Hierbei sollte allen klar sein:
Qualität hat ihren Preis,
bietet aber im Gegenzug ein Höchstmaß an Sicherheit für die eigene Gesundheit!
Allgemeine Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionen
Um das Infektionsrisiko für Kunden und das Personal so weit wie möglich herabzusetzen, müssen Maßnahmen ergriffen werden, die die Übertragung von Krankheitserregern (=Infektionsrisiko) verhindern.
Dies kann geschehen durch aseptisches (keimfrei) Arbeiten oder aseptische Bereiche, das heißt, man versucht den Keimeintrag in einem Bereich so gering wie möglich zu halten. Außerdem müssen aber Bereiche, Gegenstände, Hände, Arbeitsflächen usw., welche mit Erregern verunreinigt sind, regelmäßig desinfiziert oder so aufbereitet werden, daß von ihnen keine Infektionsgefahr mehr ausgeht (aseptische Maßnahmen & Sterilisation).
Mithilfe der Arbeits-, und Verfahrensanweisungen und Hygiene- und Desinfektionsplänen nach dem Qualitätsmanagent DIN EN ISO 9001 werden, in der Fa. Freie Manufaktur, die Abläufe und Zuständigkeiten dieser Hygienemaßnahmen beschrieben, umgesetzt und ständig kontrolliert.
Ebenso hat der Kunde dadurch die optimale und auch belegbare Sicherheit für den Erhalt seiner Gesundheit.
Infektionserreger
Als Erreger von Infektionen kommen folgende Mikroorganismen in Frage:
a) Mikroorganismen, die eine klassische Infektion auslösen
b) Mikroorganismen, die in der normalen Umgebungs- bzw. Haut- und Schleimhautflora zu finden
sind und durch Tattoo und Piercing in Körperbereiche eingebracht werden, in denen der Keim
krankheitserregend wirkt
c) Mikroorganismen, aus der Umgebung, die normalerweise nicht krankheitserregend sind
die aber bei stark Abwehrgeschwächten Menschen Infektionen auslösen können
Übertragungswege
a) direkt = von Mensch zu Mensch
b) indirekt = von Infektionsquelle (z.B. Instrumenten) zum Mensch
Übertragungsarten
a) z.B. Kontakt- Schmierinfektion (berühren/ einbringen)
b) auf dem Luftweg (aerogene Infektion
- durch Tröpfchen bei: niesen, husten
- durch an Partikel (z.B. Hautschuppen) gebundene Mikroorganismen
Schritte der Säuberung
1) Desinfektion = Abtöten von Mikroorganismen (nicht Bakteriensporen) durch
chem. Stoffe
Durch eine Desinfektion wird nur erreicht, daß ein Gegenstand nicht mehr infizieren kann. Er ist dann frei von vegetativen Formen der Krankheitserreger, aber nicht frei von Bakteriensporen.
2) Reinigung = Entzug des Nährbodens für Mikroorganismen durch
mechanische Maßnahmen
3) Sterilisation = Abtöten von aller Mikroorganismen sowie Inaktivierung von Viren, die sich in/an Gegenständen z.B. Instrumentarium befinden
Sterilisieren heißt: Einen Gegenstand oder eine Flüssigkeit von vermehrungsfähigen Mikroben freimachen; hierbei müssen nicht nur die vegetativen, sondern auch die Dauerformen der Keime abgetötet werden.
Sterilisationsverfahren
Aufgabe der Sterilisation ist die Abtötung bzw. irreversible Inaktivierung sämtlicher an und in einem Objekt vorhandener Mikroorganismen und Viren, insbesondere die Abtötung bakterieller Sporen.
- Ein Produkt gilt als steril, wenn von 1 Million gleicher sterilisierter Objekte nur 1 Objekt mit
1 Keim behaftet ist (Sterility Assurance Level = SAL 10-6).
Im Rahmen der Qualitätssicherung gehören zum gesamten Prozess der Aufbereitung:
- die qualifizierte Instrumentendesinfektion und -reinigung,
- die Prüfungdes Instrumentariums auf Funktionstüchtigkeit,
- eine bedarfsgerechte Verpackung des Sterilisiergutes als Rekontamininationsschutz,
- dessen Kennzeichnung zwecks Rückverfolgbarkeit der Produkte und Vorgänge,
- die ordnungsgemäße Sterilisation selbst und deren Kontrolle.
Sterilisation mit feuchter Hitze
Standardverfahren stehen dem Anwender verschiedene Verfahren zur Verfügung, um die Keiminaktivierung mit feuchter Hitze zu erreichen.
Das Gravitationsverfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die in der Sterilisierkammer vorhandene Luft durchEinströmen von Sattdampf nach unten über ein Strömungsventil aus dem Sterildruckbehälter verdrängt wird.
Das fraktionierte Strömungsverfahren ist ein Verfahren, bei dem die Luft durch mehrere Sattdampstöße mit jeweils anschließender
Druckentlastung aus der Sterilisierkammer entfernt wird.
Darüber hinaus sind unterschiedliche Vakuumverfahren bekannt, z. B,
das Vorvakuumverfahren, wobei nach mehrfachem Evakuieren der Sterilisierkammer bis zu einem absoluten Druck zwischen 70 bis 20 mbar gesättigter Dampf bis zum Erreichen des Arbeitsdrucks in die Kammer einströmt.
Am weitesten verbreitet ist das fraktionierte Vorvakuumverfahren wobei die Sterilisierkammer mehrfach evakuiert wird.
In der Regel wird 3mal bis zu einem Absolutdruck von 130 mbar der weniger evakuiert und zwar jeweils im Wechsel mit Dampfeinströmung auf einen Druck, der dem Atmosphärendruck entspricht. Nach dem Aufheizen wird bei 121°C die Temperatur 20 Minuten gehalten und bei 134°C über 5Minuten, bevor nochmals evakuiert wird und eine Trocknungsphase sowie die Druckentlastung folgen.
Der gesamte Zyklus setzt sich aus 4 Phasen zusammen:
A- Ausgleichszeit,
B- Aufheizzeit,
C- Haltezeit,
D- Trocknung und Druckentlastung.