Freie Manufaktur

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Fragen zu Hygiene im Tattoo- und Piercingstudio call: 040-4391839


Warum ist Hygiene so wichtig?
 
 
In den Fachbereichen Tätowierung und Piercing arbeiten wir am menschlichen Körper und tragen damit eine große Verantwortung.
Dabei spielt nicht nur der optische, sondern auch der gesundheitliche Aspekt eine große Rolle. Durch die Eingriffe am menschlichen Körper, die wir täglich vornehmen, ist kompetentes, professionelles Arbeiten die Grundbedingung, um Gefahren und unerwünschte „Neben- und Folgewirkungen“ auszuschließen und/oder zu minimieren. Denn beim Tätowieren und Piercen wird die Haut notwendigerweise immer und zum Teil auch großflächig verletzt. Es kommt zum Austritt von Blut und/oder Serum. In diesen Körperflüssigkeiten können gefährliche Krankheitskeime enthalten sein, wie zum Beispiel Viren, die Hepatitis oder AIDS verursachen.
 
Bei uns
 
werden sämtliche Hygienemaßnahmen nach dem Qualitätsmanagement DIN EN ISO 9001 erarbeitet und durchgeführt!
Als Grundlage dienen Arbeits-und Verfahrensanweisungen, in denen sämtliche Abläufe und Zuständigkeiten der Hygiene erfasst, geregelt und dokumentiert werden.
Hygiene- und Desinfektionspläne beschreiben und dokumentieren das „Was, Wann, Wie, Womit und Wer“. Sie dienen dazu, sämtliche Abläufe zu erfassen und eine Weiterentwicklung der Hygiene zu ermöglichen, unter dem Gesichtspunkt, dass der fachverantwortliche Mitarbeiter sich seiner Verantwortung bewusst ist und die daraus entstehenden Aufgaben sicher erfüllt.
 
Qualität hat ihren Preis
 
Die beschriebenen Hygienemaßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos erfordern stetige Investitionen für Desinfektionsmittel und Sterilisationsmaßnahmen, die umgelegt werden müssen, um das Studio rentabel betreiben zu können. Auch die ständige Weiterbildung der Mitarbeiter und der damit verbundene hohe Zeitaufwand sind Faktoren, die das endgültige Preisniveau bestimmen.
Hierbei sollte allen klar sein:

 
  Qualität hat ihren Preis,
bietet aber im Gegenzug ein Höchstmaß an Sicherheit für die eigene Gesundheit!



Allgemeine Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionen
 
Um das Infektionsrisiko für die Kunden und das Personal so weit wie möglich herabzusetzen, müssen Maßnahmen ergriffen werden, die die Übertragung von Krankheitserregern (=Infektionsrisiko) verhindern.

Dies kann geschehen durch aseptisches (keimfreies) Arbeiten und aseptische Bereiche. Das heißt, man versucht den Keimeintrag in einem Bereich so gering wie möglich zu halten. Außerdem müssen alle Bereiche, Gegenstände, Hände, Arbeitsflächen usw., welche mit Erregern verunreinigt sind, regelmäßig desinfiziert oder so aufbereitet werden, dass von ihnen keine Infektionsgefahr mehr ausgeht (aseptische Maßnahmen und Sterilisation).

Mithilfe der Arbeits-und Verfahrensanweisungen und Hygiene- und Desinfektionsplänen nach dem Qualitätsmanagent DIN EN ISO 9001 werden bei uns, die Abläufe und Zuständigkeiten dieser Hygienemaßnahmen beschrieben, umgesetzt und ständig kontrolliert.
Ebenso hat der Kunde dadurch die optimale und auch belegbare Sicherheit für  den Erhalt seiner Gesundheit.
 

 

Infektionserreger

Als Erreger von Infektionen kommen folgende Mikroorganismen in Frage:

a) Mikroorganismen, die eine klassische Infektion auslösen

b) Mikroorganismen, die in der normalen Umgebung- bzw. Haut- und Schleimhautflora zu finden sind und durch Tattoo und Piercing in Körperbereiche
eingebracht werden, in denen der Keim  krankheitserregend wirkt

c) Mikroorganismen, aus der Umgebung, die normalerweise nicht krankheitserregend sind, die aber bei stark abwehrgeschwächten Menschen Infektionen
auslösen können

 

Übertragungswege
 

a) direkt = von Mensch zu Mensch

b) indirekt = von Infektionsquelle (z.B. Instrumenten) zum Menschen

 

Übertragungsarten

a) z. B. Kontakt-Schmierinfektion (berühren/einbringen)

b) auf dem Luftweg (aerogene Infektion)

    - durch Tröpfchen bei: niesen, husten

    - durch an Partikel (z. B. Hautschuppen) gebundene Mikroorganismen

 

Schritte der Säuberung

1) Desinfektion = Abtöten von Mikroorganismen (nicht Bakteriensporen) durch chemische Stoffe

Durch eine Desinfektion wird nur erreicht, dass ein Gegenstand nicht mehr infizieren kann. Er ist dann frei von vegetativen Formen der Krankheitserreger, aber nicht frei von Bakteriensporen.


2) Reinigung = Entzug des Nährbodens für Mikroorganismen durch mechanische Maßnahmen

3) Sterilisation = Abtöten aller Mikroorganismen sowie Inaktivierung von Viren, die sich in/an Gegenständen, z. B. Instrumentarien befinden

Sterilisieren heißt: Einen Gegenstand oder eine Flüssigkeit von vermehrungsfähigen Mikroben freimachen; hierbei müssen nicht nur die vegetativen, sondern auch die Dauerformen der Keime abgetötet werden
.


Sterilisationsverfahren

Aufgabe der Sterilisation ist die Abtötung bzw. irreversible Inaktivierung sämtlicher an und in einem Objekt vorhandener Mikroorganismen und Viren, insbeson­dere die Abtötung bakterieller Sporen.
 
Ein Produkt gilt als steril, wenn von 1 Mil­lion gleicher sterilisierter Objekte nur 1 Objekt mit  1 Keim behaftet ist (Sterility Assurance Level = SAL 10-6).

Im Rahmen der Qualitätssicherung gehören zum gesamten Prozess der Auf­bereitung:
 

- die qualifizierte Instrumentendesinfektion und -reinigung

- die Prüfung der Instrumentarien auf Funktionstüchtigkeit

- eine bedarfsgerechte Ver­packung des Sterilisiergutes als Rekontamininationsschutz

-  Kennzeichnung des Sterilgutes zwecks Rückverfolgbarkeit der Produkte und Vorgänge

- die ordnungsgemäße Sterilisation selbst und deren Kontrolle
 

Sterilisation mit feuchter Hitze
 

Verschiedene Verfahren stehen dem Anwender  zur Verfügung, um die Keimi­naktivierung mit feuchter Hitze zu errei­chen.

Das Gravitationsverfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die in der Sterilisierkammer vorhandene Luft durch Einströmen von Sattdampf nach unten über ein Strömungsventil aus dem Sterildruckbehälter verdrängt wird.

Das fraktionierte Strömungsverfah­ren ist ein Verfahren, bei dem die Luft durch mehrere Sattdampstöße mit jeweils anschließender

Druckentlastung aus der Sterilisierkammer entfernt wird. 

Darüber hinaus sind unterschiedliche Vakuumverfahren bekannt, z. B, das Vorvakuumverfahren, wobei nach mehrfachem Evakuieren der Sterilisierkammer bis zu einem absoluten Druck zwischen 70 bis 20 mbar gesättigter Dampf bis zum Erreichen des Arbeitsdrucks in die Kammer einströmt.

Am weitesten verbreitet ist das fraktionierte Vorvakuumverfahren wobei die Sterilisierkammer mehrfach evakuiert wird.  In der Regel wird 3mal bis zu einem Absolutdruck von 130 mbar der weniger evakuiert und zwar jeweils im Wechsel mit  Dampfeinströmung auf einen Druck, der dem Atmosphärendruck entspricht. Nach dem Aufheizen wird bei 121°C die Temperatur 20 Minuten gehalten und bei 134°C über 5 Minuten, bevor nochmals evakuiert wird und eine Trocknungsphase sowie die Druckentlastung folgen.

Der gesamte Zyklus setzt sich aus 4 Phasen zusammen:
A-    Ausgleichszeit
B-    Aufheizzeit
C-    Haltezeit
D-    Trocknung und Druckentlastung

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