Piercing bei Minderjährigen
(unter 18 Jahren)
Die Ausführung eines Piercings stellt gesetzlich gesehen eine Körperverletzung dar und somit ist es strafbar, dies ohne Erlaubnis/Einverständnis der Eltern/Erziehungsberechtigten bei Minderjährigen durchzuführen.
Da es keine gesetzlich bestimmte Altersvorgabe für die Durchführung eines Piercing bei Minderjährigen gibt, liegt es im Ermessen der Eltern zu entscheiden, ob ihr Kind schon selbstständig genug ist, um die anschließenden Pflegemaßnahmen verantwortungsbewusst durchzuführen.
Altersgrenze bei Piercings
- Ohrläppchen ab 6 Jahren
- Ohrknorpel ab 14 Jahren
- Gesicht allg. Lippe/Augenbraue/Zunge ab 16 Jahren
- Nase ab 14 Jahren
- Bauchnabel ab 14 Jahren
- Intim/Brust ab 18 Jahren
Voraussetzung ist aber ein persönliches Gespräch zur Ermittlung der körperlichen und geistigen Entwicklungsstufe.
Grundsätzlich gilt:
Bei Minderjährigen ist es zwingend notwendig, dass die Erziehungsberechtigten anwesend sind und alle Beteiligten ihre Ausweispapiere mitbringen und vorlegen!
Bei Minderjährigen benötigen wir als Voraussetzung zum Piercen,
• die schriftliche Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten
• den Ausweis oder die Ausweis-Kopie vom Erziehungsberechtigten und des Kindes
ODER:
• die Begleitung eines Elternteils (mit Ausweis)
Unter 16 Jahren ist die Begleitung der Eltern bei uns Bedingung!
ACHTUNG: Sollte der Name oder der Wohnsitz der minderjährigen Person mit dem des Erziehungsberechtigten nicht die gleichen sein so sind entsprechende Dokumente (z.B. Geburtsurkunde oder Stammbuch) vorzulegen, um diese Fakten zu klären.
Wenn Fragen zu den benötigten Dokumenten auftreten, sollten diese vor einem Besuch mit uns telefonisch abgeklärt werden. Wir können ausschließlich dann ein Piercing durchführen, wenn alle Dokumente vorhanden sind!
Wenn Du bei uns erscheinst:
• sei bitte gesund und ausgeschlafen
• habe gut gegessen und getrunken
• habe in den letzten 12 Std. keine Schmerzmittel, Alkohol, Drogen oder blutverdünnende Mittel (z. B. Red Bull) konsumiert
Achtung!
Besonders zu beachten zur kalten Jahreszeit
Schon bei einer Temperatur bei ca.5°C stellt die Kälte ein Problem während der Verheilung von Piercingstellen dar. Die sich neu bildende Haut ist noch sehr dünn und empfindlich.
Deshalb müsst ihr alle frisch gestochenen Piercings im Kopfbereich stets durch eine Mütze, einen Schal oder Ähnliches (fusselfrei!) schützen!
Bei Temperaturen unter −10°C kann es bei offen getragenem Piercingschmuck aus Metall zu Erfrierungen kommen, da Metall Wärme besser ableitet als organisches Gewebe. Metall kühlt sehr schnell ab und ist grundsätzlich ein besserer Temperaturleiter als Fettgewebe.
Bei Kälte kühlen Piercings an unbedeckten Körperstellen das Gewebe ab; die Blutzirkulation wird gedrosselt.
Besonders gefährdet: die Nase, die Augenbrauen, Lippen-, Piercings oder Ohr-Piercings (Knorpel).
Geweitete Piercingstellen, in denen Metallschmuck getragen wird, bieten ebenso eine größere Oberfläche und sollten besonders sorgfältig abgedeckt werden.
Abheilzeiten
Diese Liste zeigt die groben Abheilzeiten von verschiedenen Piercings. Dein Körper braucht mehr oder weniger lange Zeit zum Heilen. Dein genereller Gesundheitszustand, das Maß an Stress und andere seelische oder körperliche Faktoren können die Heilperiode verlängern bzw. beeinflussen.
Der Piercing Schmuck soll auf jeden Fall während der gesamten Heilungsperiode getragen werden.
Tabelle für die Abheilzeiten von Piercing
Augenbraue 6-8 Wochen
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Ohr
(Knorpel) 6-8 Wochen
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Nasenflügel 4-6 Wochen
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Nasenwand
(Septum) 7-9 Wochen
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Lippe 4-8 Wochen
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Zunge 3-5 Wochen
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Bauchnabel 2-4 Monate
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Brustwarze 2-4 Monate
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Intim Piercing
Frauen:
Schamlippen 3-6 Wochen
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Klitoris-Vorhaut 4-6 Wochen
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Männer:
Frenum 4-6 Wochen
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Hafada 4-8 Wochen
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Pubic 6-8 Wochen
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Prince Albert 4-6 Wochen
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Nach dem Piercing
Grundsätzliches zu deinem neuen Körperschmuck:
Gib Dir und Deinem neuen Körperschmuck erst einmal Zeit, sich aneinander zu gewöhnen. Einige Dinge des täglichen Ablaufs werden sich in Zukunft für Dich ändern. Damit dies reibungslos vonstatten geht, hier einige nützliche Tipps:
Vermeide, abgesehen von der täglichen Reinigung, das Berühren des frischen Piercings mit den Händen. Je weniger Kontakt es mit Deinen Händen hat, desto geringer das Infektionsrisiko.
Da das Piercing für den Körper eine Stresssituation darstellt, bitte an dem Tag nicht mehr Duschen oder Baden – dies wäre eine weitere unnötige Belastung.
In der Folgezeit empfehlen wir pH-neutrale Seife zum Duschen/Baden. Zur Reinigung und Pflege des Piercings empfehlen wir "Octenisept"(Wunddesinfektionsmittel) – bitte nicht mit anderen Produkten kombinieren.
Den Schmuck während der Abheilzeit nicht entfernen, da sich der frische Stichkanal sehr schnell wieder verschließt.
Eine leichte Rötung und Austritt von Wundwasser (helle bis bräunliche Flüssigkeit, die sich als Schorf absetzt) sind in der ersten Zeit normal.
Anzeichen für eine Entzündung hingegen sind starke Schmerzen, Verhärtung des gepiercten Gewebes und/oder Austritt von Eiter (gelbgrüne Flüssigkeit).
In diesem Fall solltest Du unverzüglich wieder zu uns kommen, wir helfen Dir weiter.
Nikotin, Alkohol und andere Drogen schwächen und schädigen den Körper grundsätzlich – gönne ihm deshalb mindestens zwei Tage Ruhe. Vermeide in dieser Zeit ebenfalls unnötige körperliche Anstrengungen.
Der Weg zum „großen Loch“
Das Dehnen von Piercingstellen
Nein, es fehlt kein Hautstück!
Das bestehende Loch, die Piercingstelle, wird gedehnt/geweitet.
Dieser Dehnprozess findet Schritt für Schritt statt. In der Regel werden 1-mm-Dehnschritte vorgenommen.
Ein wenig Geduld ist die Voraussetzung dafür, denn zwischen den einzelnen Dehnschritten braucht der Körper eine „Ruhephase“ von ca. 2-4 Wochen.
Grundsätzlich gibt es zwei Wege, ein bestehendes Loch zu weiten. Der erste und schnellste Weg ist unten beschrieben; der zweite Weg ist, durch An-/Einhängen von schwerem Schmuck, die Haut langsam zu dehnen.

Der schnellste Weg ein bestehendes „Loch“ zu dehnen/weiten ist, den nächstgrößeren Schmuck mit Hilfe eines so genannten Dehnstabes vom Piercer einsetzten zu lassen. Dabei wird der Folgeschmuck mit dem Dehnstab quasi
„eingefädelt“. Der Dehnstab drückt das „Loch“ langsam auseinander und der nächstgrößere Schmuck wird hinterher geschoben.

In der Firma Freie Manufaktur bieten wir folgenden Service an:
Damit ihr für eure „Aufdehnschritte“ nicht endlose Mengen an nicht mehr verwendetem Schmuck zu Hause habt, besteht bei uns die Möglichkeit bei jedem neuen Aufdehnen den bisher getragenen Schmuck für die Hälfte des Einkaufpreises einzutauschen und diesen Betrag beim Kauf des Folgeschmucks verrechnen zu lassen.
Beispiel:
Ihr kauft beim ersten Dehnen einen 2mm Titanring, der 13,00 € kostet.
Beim nächsten Schritt braucht ihr einen 3mm Titanring, der 25,00 € kostet.
Dann zahlt ihr 25,00 € minus 6,50 € (die Hälfte vom 2mm Ring) = also nur 18,50 €… und so weiter
Das Aufdehnen an sich wird mit jeweils 8,00 € berechnet.
Selbstexperimente mit Hilfe von „Dehnringen“ führen oft zu Überreizungen und Einreißen der Haut, da man oft zu schnell vorgeht.
Die Folge sind Entzündungen oder Vernarbungen an der Hautstelle. Die Endkonsequenz ist dann, dass sich beim endgültigen Entfernen des Schmucks die entsprechende Hautpartie nicht mehr oder nur sehr schlecht regenerieren kann und das „Loch“ für immer so groß bleibt wie es ist.