Bitte folge keinen Ratschlägen von Freunden oder Bekannten! Ihre Tipps mögen gut gemeint sein, sind aber leider oft nicht richtig.
Die Heildauer variiert und wird beeinflusst von deiner Pflege, deiner körperlichen und seelischen Verfassung sowie natürlich von der Stelle der Tätowierung.
Beachte alle Anweisungen, damit deine Tätowierung problemlos und ohne Komplikationen abheilen kann.
Die Tätowierung sollte nach ihrer Fertigstellung als Wunde betrachtet werden, da durch das millionenfache Eindringen der Nadeln eine mehr oder wenig große Verletzung der Haut entstanden ist. Durch diese "Eintrittspforte“ können Krankheitskeime in den Körper gelangen und dort zum Beispiel Entzündungen oder Infektionen hervorrufen.
Ziel der Nachsorge ist es also, dem Körper beim möglichst schnellen Verheilen zu "helfen“ und die Wunde fachgerecht zu versorgen.
Das Tattoo wird nach der Fertigstellung mit einem Pflegeprodukt eingerieben und mit Klarsichtfolie abgedeckt. Dies dient in erster Linie als Schutz vor eindringenden Keimen/Vieren/Bakterien, um das Austrocknen der Haut zu verhindern und die Bildung von unnötig dicker Kruste aus Wundabsonderungen und austretender Farbe zu reduzieren.
Empfohlene Pflegeprodukte:
Bepanthen- /Panthenol- Wund- und Heilsalbe(dexpanthenolhaltig!)
Unterstützt die Neubildung der Hautzellen und trägt so zur Regeneration bei.
Die Heilphase verläuft je nach Pflege, Hauttyp und Körperstelle unterschiedlich.
Damit die Heilung bestmöglich erfolgt, sind folgende Punkte einzuhalten:
1. Die Folie nach drei Stunden abnehmen. Die Tätowierung mit klarem Wasser und ph-neutraler Seife vorsichtig reinigen.
2. NURBEIMERSTEN WASCHVORGANG:
Einen sauberen Waschlappen mit heißem Wasser tränken und ca. 20 Sekunden auf das frische Tattoo aufdrücken!
3. Die Wunde anschließend trocken tupfen und dann mit Wund- und Heilsalbe (z.B.: „Bepanthen“ oder „Panthenolsalbe“/ bei Dexpanthenol-Allergie „Eucerin con aqua“) dünn eincremen, danach mit neuer Folie abdecken. Diese Prozedur zweimal täglich (morgens und abends) wiederholen.
4. Ab dem dritten Tag nicht mehr mit Folie abdecken, sondern nur noch dreimal täglich, bis zum vollständigen Verheilen, mit der Heilsalbe dünn eincremen um die Haut vor Austrocknung zu schützen.
MERKE:
Bei öliger Haut: vermehrtes Waschen und dünner eincremen!
Bei trockener Haut: vermehrtes eincremen und mehr Heilsalbe!
Ein frisches Tattoo ist einer Schürfwunde ähnlich, deshalb solltest Du
- zwei Wochen lang die tätowierte Stelle nicht übermäßig dehnen. (Vorsicht bei Sport und anderen körperlichen Aktivitäten)
- zwei Wochen lang Saunen, offene Gewässer und Chlorwasser meiden. (Infektionsgefahr/Ausbleichen des Tattoos)
- zwei Wochen lang ausgiebiges Duschen und Sitzbäder vermeiden. (Austrocknung der Wunde)
- vier bis sechs Wochen lang Solarium und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. VORSICHT! Drei Monate lang nur mit Sunblocker 30+ auf der tätowierten Stelle der Sonne aussetzten!
Jucken gehört zur Heilung. Nicht kratzen! Es können Farbpigmente ausgerissen werden.
Besser: Mit Wund- & Heilsalbe (juckreizlindernd) eincremen und Folienverband auflegen!
Nach dem vollständigen Abheilen (ca.acht Wochen) kommst Du zur Sichtkontrolle des Tattoos zu deinem Tätowierer.
Bei nötigem Nachstechen des Motivs erfolgt dies nach Sichtkontrolle und Terminabsprache innerhalb von zwei Monaten kostenlos.
Nach Ablauf dieser Zeit berechnen wir 80,00 € dafür. Ebenso bei ungenügender oder falscher Nachsorge.
FAQ
Wie lang ist die Abheildauer?
Die ungefähre Abheilzeit von einer Tätowierung liegt, je nach Größe und Körperstelle, bei ungefähr drei bis vier Wochen.
Diese können jedoch variieren, da jeder Körper unterschiedlich reagiert. Dein allgemeiner gesundheitlicher Zustand, das Maß an Stress und andere seelische und körperliche Faktoren können die Heilperiode verlängern bzw. beeinflussen.
Eine frische Tätowierung ist generell als Schürfwunde einzustufen, d. h. eine Verletzung von Oberhaut und Lederhaut. In der Lederhaut befinden sich Schweißdrüsen, Haarwurzeln, Blutgefäße, Nervenzellen und Zellen des Immunsystems.
Die Phasen der Wundheilung
Die Wundheilung des frischen Tattoos wird in drei (bis fünf) Phasen unterteilt:
1. Phase:
In der Ruhephase werden alle verletzten Adern mit Blutstropfen, die gerinnen, verschlossen, um so die Blutung zu stoppen.
2. Phase:
In der Exsudationsphase (Exsudat = Austretende, Abgesonderte), die ca.zwei Tage dauert, sondert der Körper Wundsekret ab, um Fremdkörper und Keime auszuschwemmen. Es bilden sich kleinste Blutgerinnsel, die Blutplättchen, die miteinander „verkleben“ und beginnen, die Wunde zu schließen.
3. Phase:
In der letzten Phase beginnt der Körper mit dem systematischen Wiederaufbau von Zellen, also dem Erneuern der Haut. Auch Haare werden neu gebildet und die Wunde schließt sich vom Wundrand zum Kern. Warum habe ich nach dem Abnehmen der Folie einen farbigen Belag auf dem Tattoo?
Während der zweiten Phase kommt es in den ersten zwei Tagen nach dem Tätowieren zum Ausschwemmen überflüssiger Tattoofarbe.
Nach dem Abnehmen der Folie ist meist ein farbiger Belag auf dem Tattoo zu sehen. Dieser soll mit sauberen Händen, ph-neutraler Seife und lauwarmen Wasser abgewaschen werden. Es handelt sich hierbei nur um Wundwasser und Farbrückstände, die vom Körper ausgeschwemmt wurden. Was ist zur Schorf/Krustenbildung zu sagen?
Prinzipiell ist eine Schorfbildung beim Tattoo nicht zu vermeiden. Schorf ist eine Schutzschicht, die die Aufgabe hat, Wunden vor äußeren Einflüssen zu schützen. Der Schorf bindet alle krankheitserregenden Teile und Restfarbpigmente.
Bei zu großer Schorfbildung besteht die Gefahr, dass die dicke Schorfschicht aufreißt oder zu früh abgetragen wird und somit auch Farbpartikel mit herausgebrochenen werden. Niemals den Schorf abkratzen!
Weniger Schorf heißt weniger Gefahr, die Farbpartikel vor dem kompletten Verheilen aus der Wunde herauszubrechen. Zu dicker Schorf wirkt austrocknend (Gefahr der Narbenbildung), denn er blockiert die Versorgung der Haut mit Blut und Nährstoffen.
Die Tätowierung mit heißem Wasser „abschrecken“?
zwei bis drei Stunden nach Fertigstellung der Tätowierung sollte der Folienverband abgenommen werden und das Tattoo mit ph-neutraler Seife gewaschen werden, um die Wunde fettfrei zu machen.
Danach mit einem, in heißem Wasser getränkten, sauberen Waschlappen oder Zellstoff die Wunde abschrecken, d. h. den Lappen 20 Sekunden auf die Wunde auflegen. Danach die Wunde noch mal waschen und trocknen und anschließend Wund- und Heilsalbe und Frischhaltefolie aufbringen.
Erläuterung:
In der nun beginnenden zweiten Abheilphase, der Exsudationsphase sondert der Körper Wundsekret ab, um Fremdkörper und Keime auszuschwemmen. Dies kann bis zu zwei Tagen dauern. Während dieser Zeit wird durch die Blutgerinnung die Absonderung erschwert.
Durch heißes Wasser (oder Dampf) weicht man den sich bildenden Schorf auf, öffnet die Hautporen und Fremdkörper, Keime und Restpigmente werden leichter und viel schneller ausgeschwemmt. Das heißt:
1. Die Wunde ist schneller keimfrei
2. Die Phase der Keimbelastung für den Körper wird wesentlich reduziert
3. Die Phase von Abbau und Abtransport der Keime durch den Körper (Lymphe und Ausscheidungen) wird wesentlich reduziert.
4. Schnelleres Ausschwemmen von Keimen und Restpigmenten führt zu weniger Schorfbildung und die bedeutet:
- weniger Risiko von Farbverlust und Hautrissen
- weniger Nachstich
- weniger Narbenbildung
5. Verkürzung der Exsudationsphase bedeutet eine Verkürzung der Heilphase, verkürztes Infektionsrisiko und schnellere Heilung
6. Schnellere Heilung bedeutet für den Kunden eine verkürzte Einschränkungsphase bei Arbeit, Sport und Alltag.
Womit pflege ich mein Tattoo?
Um zu verhindern, dass die Haut austrocknet, wird die Wunde mit einer Wund- und Heilsalbe und einer keimfreien Abdeckung (Frischhaltefolie) versorgt.
Als Wund- und Heilsalbe sind alle dexpanthenolhaltigen Salben (z. B. „Bepanthen“ oder „Panthenol“) zu empfehlen.
Bei bestehender Dexpanthenol-Allergie: Am besten „Eucerin con aqua“ verwenden.
Warum dexpanthenolhaltigen Salben und keine Handcreme oder Vaseline?
Dexpanthenol spielt eine wesentliche Rolle beim Hautstoffwechsel. Es erhöht das Vermögen der Haut die Feuchtigkeit zu speichern und hat somit pflegende Eigenschaften, die ebenfalls die Elastizität der Haut verbessern. Dexpanthenol unterstützt die Neubildung von Hautzellen und trägt so zur Hautregeneration bei. Darüber hinaus hat Dexpanthenol auch juckreizlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften.
Abzuraten ist von Fettstoffen (wie z.B. Vaseline) zur Wundversorgung, welche die Poren verstopfen und keine heilenden Eigenschaften besitzen.
Noch problematischer sind parfümierte Cremes (z. B. Nivea), Parfümzusätze erschweren die Wundheilung. Dexpanthenolsalbe sollte bis zum vollständigen Verheilen mehrmals täglich dünn aufgetragen werden. Warum ist zuviel Salbe schlecht?
1. "Viel hilft viel“ ist in diesem Falle absolut falsch! Im Gegenteil verschlechtert es die Wundheilung, weil die Haut nur in der Lage ist, eine gewisse Menge an äußerlich zugeführtem Fett aufzunehmen. Zuviel davon wirkt konträr zur Wundheilung!
2. Das Tattoo sollte, wenn möglich, nach Abnahme der Folie und dem Waschen für einige Zeit an der Luft sein und weder eingecremt noch mit Folie geschützt sein, um ein vollständiges Trocknen der Wunde zu ermöglichen.
3. Zur Abdeckung reicht handelsübliche Frischhaltefolie, welche die Wunde vor dem Eindringen vor Keimen schützt. Außerdem schafft diese Abdeckung ein fast "körpereigenes Milieu“ d. h. eine feuchtwarme und keimfreie Umgebung. Somit hat der Körper die besten Vorraussetzung, die Wundheilung ohne Komplikationen und Narbenbildung abzuschließen.
Merke:
Zuviel Salbe führt zum Aufweichen der Haut und nimmt den Farben teilweise die Brillanz (milchiger Farbton). Was ist mit Sport treiben?
Die ersten Wochen nach dem Tätowieren sollte auf Sport verzichtet werden, um ein übermäßiges Dehnen der tätowierten Stelle zu vermeiden. Es erschwert die Wundheilung. Ebenso kann es zu Rissen in der Kruste/dem Schorf kommen und damit zu Farbverlust oder sogar zu Narbenbildung.
Was ist mit Baden und Saunieren?
Zwei bis drei Wochen sind offene Gewässer, Sonne und Chlorwasser zu meiden, bis sich die schützende Silberhaut gebildet hat. Was ist Silberhaut?
Als Silberhaut bezeichnet man die erste, schützende Hautschicht die sich beim Abheilen im ersten Stadium der Heilung der Tätowierung bildet. Sie ist sehr dünn (Vorsicht bei Dehnung) und glänzt leicht im Licht, deshalb nennt man sie Silberhaut. Hat diese sich noch nicht vollständig ausgebildet besteht immer ein erhöhtes Infektionsrisiko, da Krankheitserreger und Keime leicht in die noch offene Wunde eintreten können.
Sowohl in offenem Gewässer, Saunen und auch in der eigenen Badewanne befinden sich Krankheitserreger und Keime. Deshalb: Keine Sitzbäder nehmen und zu langes Duschen vermeiden (zwei bis drei Wochen)!
Meerwasser und Chlorwasser kann die Wunde "ausspülen“ und somit zum Verlust von Farbpigmenten führen, was als Ergebnis „blasse“ Stellen im Tattoo hinterlässt. Das Tattoo kann austrocknen und die schützende Fettschicht wird zerstört.
Solarium und Sonne
vier bis sechs Wochen sollte auf Solarium und Sonnenbäder verzichtet werden, da der UV-Schutz an der tätowierten Haut noch nicht wieder hergestellt ist (Silberhaut). Die Haut ist noch sehr dünn und es kommt schneller zu Verbrennungen, als bei regenerierter oder heiler Haut.
Gefahr:
Die Pigmente, hauptsächlich dunkle, können sich erhitzen und es kann zu Verbrennungen der Haut kommen. Die Farbpigmente verblassen durch längere und starke UV-Strahlung, was sich erheblich auf die Farbbrillanz auswirkt. Es besteht ein erhöhtes Hautkrebsrisiko!
Um die Farbbrillanz des frischen Tattoos zu erhalten, benutze auf jeden Fall während der ersten drei Monate einen Sunblocker 30+.
Jeder Kunde erhält bei uns im Anschluss an den Tätowierungsprozess eine genaue schriftliche Pflegeanleitung, indem die komplette Nachsorge genau beschrieben ist.